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Magie im Regen: Warum „Licht und Klang“ allen Widerständen trotzte


Es gibt Abende, die man nicht so schnell vergisst – Abende, an denen die Zeit ein wenig langsamer zu laufen scheint.

Unsere Veranstaltung „Licht und Klang“ auf dem Eisenacher Hauptfriedhof war genau so ein Moment.

Als die Planung für dieses Projekt begann, war die Vision klar:

Wir wollten diesen besonderen Ort, der oft nur mit Abschied und Schwere assoziiert wird, in einem anderen Licht zeigen. Und genau das ist uns gemeinsam gelungen.



Aber fangen wir von vorne an.

Es gibt Projekte, die einem viel abverlangen – emotional, organisatorisch und manchmal auch menschlich.

Als wir die Veranstaltung „Licht und Klang“ auf dem Eisenacher Hauptfriedhof ankündigten, wussten wir, dass wir Neuland betreten. Doch mit dem, was im Vorfeld passierte, hatten wir in dieser Form vielleicht nicht gerechnet.


Schon Wochen vor dem ersten Lichtstrahl schlug uns im Netz eine Welle des Unverständnisses, teilweise sogar blanker Hass, entgegen.

„Pietätlos“, „Jahrmarkt auf dem Friedhof“ oder Schlimmeres war in den Kommentaren zu lesen. Es gab Momente, in denen ich mich fragen musste: Verstehen wir uns als Gesellschaft noch? Darf Kultur an einem Ort des Abschieds stattfinden?

Diese Anfeindungen waren schwer, doch sie haben uns auch eines gezeigt:

Wie wichtig es ist, Räume für neue Formen des Gedenkens und der Begegnung zu schaffen.



1.200 Antworten auf den Hass

 Als die Veranstaltung nun unmittelbar bevor stand, war der Blick auf die Wetter-App mein ständiger Begleiter.

Und dann kam das Wochenende.

Und mit ihm kam nicht nur der Regen, sondern eine überwältigende Antwort auf all die Negativität im Netz.




Trotz des Wetters und trotz der harten Kritik im Vorfeld durften wir über 1.200 Gäste an 2 Abenden begrüßen.

Zu sehen, wie sich Menschen jeden Alters – von Familien mit Kindern bis hin zu Senioren – friedlich und andächtig über das illuminierte Gelände bewegen und mit mir gemeinsam während meiner Führungen durch die Geschichte des Abschieds wandelten, war die schönste Bestätigung, die man sich wünschen kann.

„Die Führungen waren für mich das Herzstück der beiden Abende. Sie sollten nicht nur Wissen vermitteln, sondern zum Umdenken anregen: Wie gehen wir mit dem Tod um? Wie lebendig darf unsere Friedhofskultur sein? Mein Ziel war es, starre Denkmuster aufzubrechen und den Friedhof als einen Ort zu zeigen, der Platz für das Leben und neue Gedanken bietet.“

Und die anwesenden 1.200 Menschen haben gezeigt, dass Eisenach bereit ist für Formate, die Herz und Seele berühren, ohne die Würde des Ortes zu verletzen.



Und der Regen, der an beiden Tagen einsetzte, trübte die Stimmung keineswegs – im Gegenteil. Er verlieh der Szenerie eine fast schon mystische Tiefe:

  • Die nassen Wege spiegelten die Illuminationen wider.

  • Die Lichtstrahlen wurden im Dunst des Regens fast greifbar.

  • Das sanfte Trommeln auf den Regenschirmen verschmolz mit den Klängen der Musik.

Es war eine Atmosphäre der Stille und der Gemeinschaft. Unter den Schirmen rückten die Menschen zusammen, es wurde flüsternd gestaunt und innegehalten.


Es war nicht laut, es war nicht grell – es war ein würdevolles Leuchten mit sanfter Musik, die Erinnerungen weckte.



Mein Fazit: Mut zahlt sich aus!

Dieser Erfolg gehört einem Team, das binnen kürzester Vorbereitungszeit alles gegeben hat! Und er gehört jedem einzelnen Besucher.

Ihr habt bewiesen, dass Licht stärker ist als Hass und dass ein Friedhof ein Ort sein kann, an dem das Leben und die Erinnerung auf wunderschöne Weise zusammenfinden.


Danke, dass ihr dieses Experiment mit uns gewagt habt.

Meine abschließenden Worte: Jederzeit wieder❤️


Licht und Klang Eisenach Nadine Schneider

📷: Nadine Schneider, Jensen Zlotowicz, EWT GmbH

 
 
 

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